Baugeschichte - Waltersdorfer Kretscham

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Baugeschichte

Kretscham

Der "Waltersdorfer "Kretscham"  besteht vermutlich seit 1409. Eigentlich ist es der "Niederkretscham", denn im früheren Neuwaltersdorf gab es einen „Oberen Kretscham“ – die heutige „Sonnebergbaude“.

Historische Darstellung ca.1880 aus der Kirchengalerie Waltersdorf.

Das besondere an diesem Kretscham war, dass es sich um ein sog. Weiberlehn handelte. War kein männlicher Nachkomme in der Lage, das Richteramt auszuführen, wurde ein Vizerichter bestimmt. Alle anderen Rechte verblieben beim Besitzer oder der Besitzerin des Kretscham.
Bautechnisch interessant ist, dass der "Kretscham" das größte Fachwerkhaus im Ort ist. Zusammen mit der Kirche und der ehemaligen Säge- und auch Mehlmühle, dem heutigen Volskunde- und Mühlenmuseum, bildet es ein einmaliges historisch wertvolles Ensemble.
Im Laufe der Jahre erfolgten mehrere bauliche Veränderungen am Kretscham.
Ursprünglich war der Kretscham ein wesentlich kleineres Gebäude, zu dem landwirtschaftliche Nebengebäude (Scheune und Stallungen) sowie Felder und Weiden gehörten. Die umfangreichsten Veränderungen des Gebäudes fanden in den Jahren 1826 und 1914 statt: Gottlieb Münch veranlasste 1826 den Umbau in die heutige, allerdings kleinere, Form. 1914 ließ Karl Edmund Herberg das Gebäude verlängern. Seitdem hat der "Kretscham" sein heutiges Aussehen.

Historische Postkarte aus der Zeit von Edmund Herberg mit bereits vergrößertem Saal.

1979 wurden durch die HO (Handelsorganisation der DDR) umfangreiche Rekonstruktionsmaßnahmen eingeleitet. Es erfolgte ein Toilettenanbau und der Bau der Klärgrube. Der Saal wurde verschalt und es erfolgte eine Sicherung der Fachwerktraufseite. Die Nebengebäude wurden im Laufe der Jahre nach und nach abgerissen, so dass nur noch das Kretschamgebäude übrigblieb.

Die ”HO-Gaststätte Niederkretscham” vor dem Umbau 1979.

1996 erwarb die Gemeinde Waltersdorf das Gebäude und gab ein Projekt mit einem Finanzbedarf von ca. 6 Mio DM zum Bau eines „Haus des Gastes“ in Auftrag. Inzwischen hatte sich jedoch die finanzielle Lage der Gemeinde Waltersdorf verschlechtert, so dass dieses Projekt nicht verwirklicht werden konnte. Es erfolgten lediglich eine Dachreparatur, die das Dach bis zu dessen Erneuerung dicht machen sollte. Damit war dem Verfall des Waltersdorfer Kretscham weiterer Vorschub geleistet.

Aufgrund der Initiative des Fördervereines wurde 2005 eine Notsanierung des Gebäudes durchgeführt und damit ein erster Schritt hin zur Erhaltung des Gebäudes getan.

Nach weiteren massiven Renovierungs- und Umbaumassnahmen ist das Gebäude seit 2011 in seiner jetzigen Form und Ansicht fertiggestellt worden.

 
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